Burnout Guide by K-ICT
 




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Burnout Symptome

Burnout kann viele Gesichter haben. Die Betroffenen beschreiben ein Gefühl der totalen Erschöpfung und der inneren Leere. Jeder ist ab und zu erschöpft und müde, fühlt sich überfordert und "einfach fertig". Beim Burnout sind diese Gefühle jedoch dominant und beherrschen den gesamten Alltag. Wissenschaftlich gesehen ist der Ausgangspunkt des Burnouts und der damit verbundenen Symptome die Produktion von Stresshormonen im menschlichen Gehirn. Sie können Auswirkungen auf ziemlich jeden Teil des Körpers haben und so spiegelt sich eine ungesunde und erkrankte Psyche sehr häufig auch in körperlichen Beschwerden wieder. Leider bleibt das Syndrom Burnout oft lange Zeit unentdeckt oder missinterpretiert. Meist zeigen sich die folgenden Symptome, die in verschiedenen Phasen auftreten:

Anhaltende Müdigkeit und Erschöpfung:
Betroffene haben den Eindruck, ihren täglichen Aufgaben nicht mehr nachkommen zu können. Sie fühlen sich ständig überfordert und müde und haben das Bedürfnis nach immer mehr Ruhe, doch die Erholung hält nicht mehr an wie gewohnt. Genügte früher ein Wochenende, um für die folgende Arbeitswoche Kraft zu sammeln, brauchen sie nun deutlich mehr Zeit, bis sie wieder voll einsatzbereit sind. Manche nehmen immer wieder Urlaubstage oder melden sich einzelne Tage krank, um ihre Leistungsfähigkeit irgendwie aufrecht zu erhalten. Vielen fällt es zunehmend schwerer, nach der Arbeit "abzuschalten". Die Probleme aus dem Berufsalltag nehmen sie mit in ihre Freizeit.

Nachlassende Leistungsfähigkeit:
Die Arbeitsleistung sinkt. Es kommt zu Konzentrationsstörungen, Unruhe, Nervosität und Entscheidungsunfähigkeit. Fehler häufen sich. Die erhofften Erfolgserlebnisse bleiben aus. In der Folge versuchen die Betroffenen umso genauer und mit vermehrter Anstrengung zu arbeiten, was ihnen noch mehr Kraft raubt. Sie reagieren gereizt oder aggressiv, sie weinen schneller, Ängste entstehen und die emotionale Belastbarkeit nimmt ab.

Körperliche Symptome:
Sogenannte psychosomatische Beschwerden, für die der Arzt keine organische Ursache findet, sind zum Beispiel Schlafstörungen, Dauermüdigkeit, Kopfschmerzen,  Herzschmerzen, Beklemmungsgefühle in der Brust, Verdauungsprobleme, Ohrgeräusche oder Rückenschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen. Sie gehören zwar zu den charakteristischen Beschwerden der Burnout Betroffenen, bilden jedoch nur einen kleinen Teil der Bandbreite.

Rückzug:
Viele Burnout Betroffene igeln sich immer mehr ein. Sie geben Hobbies auf, vernachlässigen Partner und Freundeskreis oder meiden den Kontakt mit anderen Menschen.

Innere Leere, Sinnverlust:
Die Lebensfreude geht mehr und mehr verloren. Nichts will mehr Spaß machen, alles erscheint unglaublich anstrengend. Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit machen sich breit. An Stelle der ursprünglichen Begeisterungsfähigkeit treten Zynismus, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Charakteristische Warnsignale beim Burnout-Syndrom wurden anschaulich durch Prof. Wilmar Schaufeli, Universität Utrecht, in psychische, physische, soziale Warnsignale und Symptome auf Verhaltensebene unterteilt:

Psychische Burnout Symptome auf emotionaler Ebene
•    großer Widerstand täglich zur Arbeit zu gehen
•    Gefühle des Versagens, Ärgers und Widerwillens
•    Schuldgefühle
•    Entmutigung und Gleichgültigkeit
•    Misstrauen und paranoide Vorstellungen
•    Frustration
•    Stimmungsschwankungen

Psychische Burnout Symptome auf kognitiver Ebene
•    Rigidität im Denken und Widerstand gegen Veränderungen
•    Projektionen
•    Konzentrationsstörungen

Psychische Burnout Symptome auf motorischer Ebene
•    nervöse Ticks
•    Verspannungen

Physische Burnout Symptome in Form von psychosomatischer Beschwerden
•    tägliche Gefühle von Müdigkeit und Erschöpfung (Neurasthenie)
•    das chronische Müdigkeitssyndrom (CFS)
•    das chemische Hypersensivitätssyndrom (MCS)
•    große Müdigkeit nach dem Arbeiten
•    Schlafstörungen
•    sexuelle Dysfunktionen

Physische Burnout Symptome in Form von Erkrankungen
•    häufige Erkältungen und Grippe
•    oftmals Kopfschmerzen
•    mehrfach Schwindelgefühl
•    wiederholte Rückenschmerzen
•    Magen-Darm-Beschwerden

Physische Burnout Symptome in Form von physiologischen Reaktionen
•    erhöhter Herzschlag
•    erhöhter Pulsfrequenz
•    erhöhter Cholesterinspiegel

Burnout Symptome auf der Verhaltensebene – Individuelle Verhaltensweisen
•    exzessiver Drogengebrauch, Tabakgenuss, Alkoholkonsum und/oder Kaffeekonsum
•    erhöhte Aggressivität
•    unregelmäßige Nahrungsaufnahme

Burnout Symptome auf der Verhaltensebene – Verhalten auf der Arbeit
•    häufiges Fehlen am Arbeitsplatz
•    längere Pausen
•    verminderte Effizienz

Burnout Symptome bei Kindern – Individuelle Verhaltensweisen
•    oftmals Lustlosigkeit
•    erhöhte Aggressivität
•    ständige Müdigkeit

Burnout Symptome bei Kindern – Verhaltensweisen im Alltag
•    Abwesenheit in der Schule
•    längere Pausen
•    ausgeprägtes Einzelgänger-Verhalten

Burnout Symptome bei Kindern – Physische Anzeichen
•    Formen von Selbstzerstörung
•    Magersucht

Soziale Symptome im Umgang mit Klienten
•    Verlust von positiven Gefühlen den Klienten gegenüber
•    Verschieben von Klientenkontakten
•    Widerstand gegen Anrufe und Besuche von Klienten
•    Unfähigkeit sich auf Klienten zu konzentrieren oder ihnen zuzuhören

Soziale Symptome im Umgang mit Kollegen
•    Isolierung und Rückzug
•    Vermeidung von Arbeitsdiskussionen mit Kollegen

Soziale Symptome außerhalb der Arbeit
•    Ehe- und Familienprobleme
•    Einsamkeit

Problematische Einstellung im Umgang mit Klienten
•    Stereotypisierung von Klienten
•    Zynismus
•    schwarzer Humor
•    verminderte Empathie
•    Demonstration von Machtlosigkeit

Problematische Einstellung zur Arbeit
•    negative Arbeitseinstellung
•    Desillusionierung
•    Verlust von Idealismus
•    extremes Engagement für ein bestimmte(s) Ziel(e)
•    Hyperaktivität
•    chronische Müdigkeit und körperliche sowie geistige Erschöpfung
•    praktisch pausenloses arbeiten und das Arbeiten zum wichtigsten Lebensinhalt machen
•    Verzicht auf Urlaub aber auch Erholungsphasen und Entspannungsphasen
•    die Menschen fühlen sich unentbehrlich und vollkommen
•    die Menschen qualifizieren oftmals andere Menschen ab, um sich selbst (künstlich) zu erhöhen
•    Burnout-Gefährdete sind oft bei Kollegen durch ihr Verhalten unbeliebt
•    die Menschen ignorieren (zunehmend) ihre eigenen Bedürfnisse
•    mögliche Gewichtsabnahme, Mangelerscheinungen bei unzureichender Ernährung, gleichzeitig erhöhter Bedarf
•    Verdrängung von Misserfolgen und gegebenenfalls andere dafür verantwortlich machen
•    Beschränkung von sozialen Kontakten auf den Arbeitsbereich, private Kontakte werden vermieden, auch zum 
      Lebenspartner und gegebenenfalls Kindern und anderen Verwandten
•    Ablenkung (bis hin zur Sucht) in Alkohol (Alkoholismus), Spielen (Spielsucht), Drogen aber auch Internet- und
     Computeraktivitäten und Sex (Sexsucht)
•    Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen (Einschlafstörungen und Durchschlafstörungen)
•    Drehschwindel und Neigung zu (Pseudo)Tinitus
•    Angstzustände

Burnout Diagnose

Zunächst ist festzuhalten, dass es bisher keinen eindeutigen Test zur Feststellung eines Burnouts gibt. Im Allgemeinen ist der erste Ansprechpartner bei Verdacht auf Burnout der Hausarzt. Er kann bei Bedarf zum Spezialisten überweisen, üblicherweise dem Psychotherapeuten oder Psychologen. In der Anamnese, unterstützt durch verschiedene standardisierte Fragebögen, erfolgt eine Feststellung der Beschwerden, um diese genauer einzuordnen. Dabei gilt es, körperliche Ursachen, die für Symptome wie ständige Müdigkeit verantwortlich sein könnten, zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, chronische Infektionen oder eine Tumorerkrankung, auszuschließen. Eine Abgrenzung zu anderen psychischen Krankheiten, vor allem die Depression zeigt große Ähnlichkeiten zum Burnout, ist oft sehr schwierig. Vielen Betroffenen fällt es offenbar leichter, die Diagnose Burnout zu akzeptieren als die Diagnose Depression. "Ausbrennen" klingt ein wenig heldenhaft, nach übermenschlichem Einsatz und Aufopferung, während bei Depression eher negative Vorstellungen, wie Passivität, Rückzug und Trauer, anklingen.

Betroffene sollten sich nicht von solchen oberflächlichen Betrachtungen beeinflussen lassen. Die Diagnose muss stimmig sein, wenn die individuelle Therapie passen soll.


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Burnout Quellen und Links

Quellen:

Guorui, J.: Qigong Yangsheng, Fischer, Frankfurt, 1996
Hohagen, F. & Nesseler, T.: Wenn Geist und Seele streiken, Südwest Verlag München, 2006
Hühn, S.: Die Heilung des inneren Kindes, Schirner, Darmstadt, 2008
Johnstone, M.: Mein schwarzer Hund, Kunstmann, München, 2008
Johnstone, M. & Johnstone A.: Mit dem schwarzen Hund leben, Kunstmann, München, 2009
Kabat-Zinn, J.: Im Alltag Ruhe finden, Knaur Taschenbuch, München, 2010
Kabat-Zinn, J.: Gesund durch Meditation, Barth Verlag, 1994
Klingelhöfer, J.: Klinikleitfaden Neurologie und Psychiatrie. Urban & Fischer bei Elsevier, München, 2009
Lehrhaupt, L.M.: Stille in Bewegung, Theseus Verlag, Stuttgart, 2001
Lehrhaupt, L.M. & Meibert, P.: Stress bewältigen mit Achtsamkeit, Kösel Verlag, München, 2010
Moegling, K. & Moegling, B.: Thai Chi Chuan für Einsteiger, Goldmann, München, 2000
Möller, H.J. & Laux, G. & Deister, A.: Psychiatrie und Psychotherapie, Thieme Verlag, 2009
Noll, A.: Stresskrankheiten. Vorbeugen und behandeln mit chinesischer Medizin. Urban & Fischer, München, 2006
Pauli-Pott, U.: Basiswissen Psychiatrie und Psychotherapie. Springer, Heidelberg, 2007
Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. De Gruyter, Berlin, 2008
Tolle, E.: Jetzt! Die Kraft er Gegenwart, Kamphausen, Bielefeld, 2000
Wilker, J.: Das Einmaleins der Achtsamkeit, Herder, Freiburg, 2011

Hilfreiche Links:

http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
http://www.mbsr-verband.org
http://www.institut-fuer-achtsamkeit.de
http://www.hilfe-bei-burnout.de/austausch/selbsthilfegruppen
http://www.hilfe-bei-burnout.de/austausch/vereine-verbande
http://www.hilfe-bei-burnout.de/burnout-arzte-therapeuten
http://www.hilfe-bei-burnout.de/burnout-test-kurz
http://www.gezeitenhaus.de/html/burnout-bonn.html
 
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