Prof. Peter Kruse über Changemanagement
 
Peter Kruse (* 30. Januar 1955 in Osnabrück) ist deutscher Psychologe mit Schwerpunkt Komplexitätsverarbeitung in intelligenten Netzwerken sowie Leiter des Methoden- und Beratungsunternehmens nextpractice in Bremen. Kruse lehrt als Honorarprofessor für Allgemeine und Organisationspsychologie an der Universität Bremen.
  
 

Im Rahmen seiner interdisziplinären Tätigkeit widmet er sich vor allem der Nutzung von kollektiver Intelligenz zur Förderung wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse. Kruse studierte in Münster und Bremen Psychologie, Humanmedizin und Biologie. 1984 promovierte er im Fach Psychologie mit der Note summa cum laude. Von 1979 bis 1980 und von 1981 bis 1982 wurde er als Stipendiat von der Studienstiftung des deutschen Volkes gefördert. Anschließend war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter, Assistent und Lehrbeauftragter an den Universitäten Bremen, Oldenburg und Gießen tätig. 2001 wurde er vom Senator für Bildung und Wissenschaft der Freien Hansestadt Bremen zum Honorarprofessor ernannt.

Kruse arbeitete gemeinsam u. a. mit dem Psychologen Michael Stadler und dem Neurobiologen Gerhard Roth. Als Wissenschaftler beschäftigte sich Kruse über 15 Jahre mit Ordnungsbildungsprozessen im menschlichen Gehirn. Seine Forschungen bewegten sich an der Schnittstelle von Neurophysiologie und Experimentalpsychologie. Kruse verband dabei die Prinzipien von Selbstorganisation und Konstruktivismus mit der Tradition der Gestalttheorie. Seit 1995 ist Kruse als Unternehmensberater tätig. Kruses Beratungsansatz überträgt Erkenntnisse der jüngeren Hirnforschung und der Theorie dynamischer Systeme auf Unternehmensprozesse. Kruse ist Ideengeber und Mitentwickler verschiedener computergestützter Managementwerkzeuge zum innovativen Umgang mit Komplexität und Vernetzung. Kruse ist Autor zahlreicher Schriften zur Kognitionspsychologie, zur Theorie dynamischer Systeme, zum Konstruktivismus und zur Managementlehre.

Zusammen mit Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie zum Beispiel der Global-Marshall-Plan-Initiative, der Bertelsmann-Stiftung, dem Institut für Interkulturelle und Internationale Studien (InIIS), dem Ökosozialen Forum Europa u. a. beschäftigt er sich intensiv mit neuen Ansätzen der Partizipation in politischen Entscheidungsprozessen. Kruses wissenschaftliches wie beraterisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet. 1994 erhielt er den Berninghausen-Preis für innovative Lehre. Von der ZfU International Business School in der Schweiz wurde ihm der Teaching Award in Gold verliehen. 2004 war er Träger des Innovationspreises von SPD und Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger (AGS) in der SPD. Mit seinem Beratungsunternehmen hat er 2002 den Meeting Business Award (MBA) in der Kategorie Mitarbeiterveranstaltungen und 2004 den Weiterbildungs-Award der Kongressmesse MUWIT gewonnen.
Die Computerwoche bezeichnete ihn 2005 als „Deutschlands Change-Management-Papst“. Im Jahr 2009 wählte ihn das „Personalmagazin“ zum dritten Mal (2005/2007/2009) in die Liste der 40 einflussreichsten Persönlichkeiten für das Personalwesen. Das Magazin „managerSeminare“ nannte ihn 2008 „Deutschlands Querdenker Nummer 1“.